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Manche Sätze findet man jung — und braucht ein Leben, um zu begreifen, wie weit sie tragen, und wo sie enden. Ich fand meinen in einer Werkstatt, Gesellenbrief frisch in der Tasche: Erst wenn ich es verstanden habe, kann ich es reparieren.
Allerdings — einen Motor repariert man alleine.
Wirtschaften nicht — und man kann es auch gar nicht reparieren. Man kann es nur neu denken. Und neu denken geht nur in freiwilliger Gemeinschaft mit anderen.
Ich sah das lange wie im Nebel. Hinter den normalen Wirtschaftslogiken ahnte ich etwas, das ich nicht benennen konnte. Die Entdeckung der Plurakonomie hat diesen Nebel gelichtet — die Erkenntnis, dass es nicht eine Wirtschaftslogik gibt, sondern mindestens drei, die gleichzeitig existieren, und dass es entscheidend ist, sie gleichwertig nebeneinanderzustellen:
Seitdem erscheint mir der Transformationsweg viel klarer. Und diese Karten helfen selbst mir immer wieder, mich in dem komplexen Zusammenhang eines solidarischen Wir(t)schaffens zu orientieren.
Den tiefsten Schlüssel hat Frithjof Bergmann in seinem Konzept der Neuen Arbeit benannt: Heilung beginnt mit dem Wahrnehmen unserer wirklich wirklichen Bedürfnisse — nicht der eingeredeten, nicht derer, die der Markt zu befriedigen vorgibt, sondern dessen, was wir wirklich wollen, wirklich brauchen, wirklich sind.
Frithjof Bergmann, Neue Arbeit, Neue Kultur, 2004
Heilung des Wirtschaftens beginnt dort. Nicht im Überzeugen. Im Erinnern.
Diese Klarheit habe ich geschenkt bekommen. Was du hier findest — die Karten, Visualisierungen, Simulationen, Tools — ist mein Versuch, dieses Geschenk weiterzugeben. Ein kleiner Beitrag zu einem lebendigen Wir(t)schaffen.
Diesen Keim nenne ich den Heilimpuls. Nicht weil ein Mensch heilen muss, um teilzuhaben. Sondern weil jeder Mensch — allein durch seine Bereitschaft, wirklich präsent zu sein und zu zeigen, was er wahrnimmt — etwas einbringt, das durch keine Expertise ersetzbar ist.
Nicht Antworten sind gefragt. Nicht Kompetenz. Sondern Bereitschaft zur Präsenz — und das ehrliche Einbringen des eigenen Erlebens.
Der Heilraum Wirschaffen ist ein interaktiver Erkundungsraum rund um die Frage: Wie wirtschaften wir, wenn nicht Geld im Mittelpunkt steht, sondern Beziehung, Bedürfnis und Beitrag?
Kein akademischer Apparat, keine Ideologie — sondern Werkzeuge zum selbst Denken und Erkunden.
Die Sprache, die wir für Wirtschaft haben, formt, was wir denken können. Wer nur den Begriff „Markt" kennt, sieht überall Markt. Wer „Vivakonomie" kennt, beginnt zu sehen, was vorher unsichtbar war.
Viele Begriffe im Heilraum tragen eine bestimmte Bedeutung — manche sind neu geprägt, weil es für bestimmte Wirklichkeiten noch keine Worte gibt. Das ist kein akademisches Spiel: Neue Begriffe öffnen neue Wahrnehmungsräume.
Alles, was du hier findest, steht dir zur freien Nutzung zur Verfügung — ohne Abonnement, ohne Bezahlung, ohne Gegenleistung. Der Heilraum versteht sich selbst als Gabe.
Einzige Bitte: Wenn etwas nützlich war, gib es weiter — als Gedanke, Gespräch oder Einladung.
Einen Zugang bekommst du, indem du Andreas direkt schreibst: hallo@andreas-artmann.de
Was wäre, wenn das Problem nicht fehlendes Wissen ist — sondern eine bestimmte Art zu sehen? Der Heilraum ist kein Lehrbuch — und kein Programm, dem man folgt. Er ist ein Resonanzraum: für das eigene Denken, das eigene Wahrnehmen, die eigene Haltung gegenüber dem, was wir Wirtschaft nennen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit — nur die Einladung, anders hinzuschauen.
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Kunstprojekt
Der Heilraum Wirschaffen ist ein Kunstprojekt. Die Inhalte — Texte, Karten, Simulationen und Visualisierungen — sind als Denkwerkzeuge konzipiert, nicht als wissenschaftliche Aussagen. Sie erheben keinen Anspruch auf akademische Vollständigkeit oder empirische Belegbarkeit.
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